Bericht des Philippinen-Beauftragten des Bistums von den Philippinen

Clarita und Lito Cuevas vor ihrem zerstörten Haus auf den Philippinen (Foto von den Folgen des Taifuns im Februar 20112)
Clarita und Lito Cuevas vor ihrem zerstörten Haus auf den Philippinen (Foto von den Folgen des Taifuns im Februar 2012 – kostenfrei verwendbare Fotos von der aktuellen Katastrophe liegen mir im Moment leider noch nicht vor)

Prof. Dr. Franz Segbers hat vor wenigen Stunden den unten stehenden Bericht über die aktuelle Lage auf den Philippinen auf Facebook veröffentlicht.

Das Katholische Bistum der Alt-Katholiken sammelt weiter Spenden für die Arbeit unsere philippinische Schwesterkirche (Iglesia Filipina Independiente / Philippinische Unabhängige Kirche), die sich nach Kräften bemüht, den Opfern des Taifuns Haiyan / Yolanda zu helfen. Wer diese Hilfe unterstützen will, ist herzlich eingeladen, eine Spenden auf folgendes Konto zu überweisen: Spendenkonto des Alt-Katholischen Bistums: Konto 75 00 838, BLZ 370 501 98 bei der Sparkasse Köln/Bonn, Stichwort: Philippinen-Katastrophenhilfe . Diese Spenden, die auf dieses Konto eingezahlt werden, kommen direkt unserer Partnerkirche, der Philippinischen Unabhängigen Kirche, auf den Philippinen zugute.

Bericht des Philippinen-Beauftragten des deutschen alt-katholischen Bistums, Prof. Dr. Franz Segbers:

Ich war am Sonntag in Tacloban. Dies ist mein Bericht ueber den Besuch:
Es ist wie nach einem Krieg

Manche sagen, dass der Taiphoon Yolanda oder Haiyan eine Spur der Verwüstung hinter sich gelassen hat, die wie das Ende der Welt aussieht. Ich komme gerade von einem Besuch in Tacloban zurück. Was ich gesehen habe, sieht aus wie nach einem Krieg.

Stundenlang, wirklich stundenlang sind wir durch zerstörte Städte, Dörfer, Reisfelder und Kokusbaumplantagen gefahren. Die Palmen sind regelrecht auf halber Höhe wie umgesägt worden. Sie ragen in ganzen Plantagen wie mahnende Spitzen in dem Himmel. Entlang der Strasse ein Schild: „We have hunger, help us!“ oder „Thank you for the donor“. Kinder laufen uns entgegen und strecken ihre Hände entgegen. Sue rufen: „Wir haben Hunger.“ Die Bilder sind kaum auszuhalten.

Ich war mit einem Hilfstransporter der Iglesia Filipina Independiente ins Katastrophengebiet gefahren. Wir hatten auf Mindanao über 5 Tonnen Reis gekauft. Der grösste Teil des Geldes dafür kam von Spenden der Alt-Katholischen Kirche. Die Spender sollen wissen, dass sie ein Segen für die Menschen sind. Zunächst fahren wir in das Haus eines Pfarrers im Katastrophengebiet. Es ist aus Stein gebaut – so ist nur das Dach zerstört worden. Doch das Pfarrhaus neben der Kirche war gänzlich zerstört. Die Pfarrfrau berichtet, dass sie nun das zweite Mal geboren worden sei. Das erste Mal, als sie den Pistolenschuss auf ihren Mann, den Pfarrer, und auf sie überlebt hatte. Ihr Mann ist Menschenrechtsaktivist. Und das ist oft toedlich. Vorgestern waren wir bei der Totenfeir eines Bauern, der sich geweehrt hatte, dass ein grosser multinationaler Konzern sein land fuer eine Oelbaumplantage haben wollte. er hat sich mit anderen gewwehrt. Er wurde ermordet. – Die Pfarrfrauhat den Taiphoon ueberlebt,. Mit ihren drei Kindern war sie unter den Tisch gefluechtet, als die Decke des Hauses zusammenbrach. Das Kirchendach ist zerstoert. Nicht einmal die Bibeln haben ueberlebt…

In einem Dorf, in Marabut, in dem ueber 1000 Haushalte gelebt haben, zeigt uns der Pfarrer sein Pfarrhaus. Er konnte sich durch einen Sprung aus dem Fenster gerade noch retten, dannn brach das Haus ueber ihm zusammen. Von der Kirche steht nur noch die Fassade. Die Chinesische Regierung hat Zelte bereit gestellt. So ist jetzt auf dem Platzt der ehemelagien Kirche ein chinesisches Zelt aufgestellt worden, in dem Pfarrer nunmehr lebt. Von den US-Truppen gab es Zelt- und Plastikplanen, aus denen notduerftig ein Dach zurecht gemacht wurde, unter dem sich die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt. Der Pfarrer ist traumatisiert, selber ein Opfer. Er sagt: „Doch ich bleibe hier. Ich muss die Menschen ermutigen, tapfer zu sein“

Die ansonsten so freundlichen philippinischen Kinder lachen hier nicht mehr. Ein kleines Maedchen schaute mich mit solch verwundeten Augen an, die ich nie mehr vergessen werde. Es ist zum Heulen! Und genau das hat auch eine Frau getan, die fuer die muslimische Hilfe Gueter ins die zerstoerten Doerfe gebracht hat.

Nirgendwo sind Helfer zu sehen. Die Hilfewerke haben sich in der Stadt Tacloban konzentriert. Wo frueher Doerfer standen, jetzt nur Geroell und dazwischen Menschen, Kinder… Einen Jungen konnte ich sehen, der einen notduerftig zusamengeflickten Drachen an einer Schnur zum Himmel geschickt hat. Ein schoenes Zeichen. Doch hier spielen die Kinder nicht mehr. Sie tun mir am meisten leid. Seid genau 4 Wochen gibt es keinen Schulunterricht. Er soll Mitte Januar wieder begonnen. Er soll! Doch es gibt keine Schulraeume. Alles haben die Kinder verloren!

Ueber 5 Millionen Menschen sind von den Verwuestungen betroffe. In Tacloban habe ich ein richtig maechtiges Schiff gesehen, das von der Wucht des Sturmen und der Wasserwelle in eine Siedlung gedrueckt wurde. Ueber 80 Menschen hat das Schiff unter sich begraben. Und jetzt liegt es neben einer Strasse inmitten einer zerstorten Siedlung.

Der Pfaerrer berichtet, dass die US Marines nach 5 tagen kamen. Bis dahin gab es keine Hikfe, von niemandem! Es gab nichts zu essen. Die marines wollten zunaechst im Nachbardorf anladen. Doch dort – so der Pfarrer – seien die Menschen vor Hunger regelrecht verrueckt geworden, sodass die Marines es nicht wagten, dort hinzugehen. Die Regierung hatte nur Militaers zum Schutz der Geschaefte geschickt. Wir fahren an einem gpluenderten Supermarkt vorbei. Doch was heisst hier in dieser unbeschreibichen Not schon Pluenderung?

Seit vier Wochen gibt es keinen Strom in der ganzen Provinz. Das heisst: Nichts kann gekuelhlt werden. Ab 17h30 bis morgens gegen 6h kein Licht. Alles ist dunkel. Es sieht gespenstisch aus.

Was ist, wenn die erste Hilfe getan ist? Die Palmen brauchen noch viele Jahre, bis sie wieder Fruechte tragen.

Diese schreckiluchen Verwuestungen zu sehen und diese vielen Uebelbenden inmitten der Zerstoerungen sind kaum zu ertragen. Es geht nicht um Katastrophentourismus. Wir kommen ja auch nicht mit leeren Haenden sondern begleiten eine Hilfslieferung. Ich hatte noch darauf bestanden, fuer die kinder wenigstens ein paar Suessigketen mitzubringen. Der Menschen braucht Brot und Rosen…

Die Zahl der Toten steigt immer noch weiter an. Niemand konnte die Wucht dieses Monstertaiphoons ahnen, sagt jetzt die Regierung. das ist die oekologische Vara=iante des Spruchs – wir haben es nicht gewusst.

Es ist wie nach einem Krieg! Doch vielleicht auch in einer tieferen Bedeutung. Was ist, wenn das, was wir hier zu sehen bekommen, die Folgen des Klimawandels sind, der hier zu eine Katastrophe geworden ist. Die Katastrophe ist schon da und zu sehen. Und wenn der Klimakatastrophge eine Folge unsere luxerioesen Lebensstils und unsere gnadenlosen Auspluenderung des Planeten ist? Wir fuehren Krieg gegen die Schoepfung. … Dann Gnade uns Gott, wenn wir dieser Zeichen nicht lese

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