Diakonin Hilde Freihoff (Krefeld) beim Abschluss-Gottesdienst der Synode – Foto: Manfred Mardinskij

Bei der jüngst vergangenen Bistumssynode wurde mitgeteilt, dass sich das alt-katholische Bistum in Blick auf den Nachwuchs im geistlichen Dienst keine Sorgen machen braucht (siehe Pressemitteilung des Bistums). Es stehen genug junge Studierende der alt-katholischen Theologie in den Startlöchern und es konvertieren auch immer wieder römisch-katholische Pastoralreferenten in die alt-katholische Kirche, um hier ihrer Berufung als Geistliche folgen zu können.

Seit vielen Jahren hatten sich sowohl die haupt- als auch die ehrenamtlichen alt-katholischen Geistlichen – neben den selbst ausgebildeten Theologinnen und Theologen – zu Teilen aus ehemals römisch-katholischen Priestern gespeist, die nach einer liberalen, weltoffenen katholischen Kirche gesucht haben. Oft stießen sie durch Zufall auf die alt-katholische Kirche und entdeckten, dass es auch noch eine andere katholische Kirche gibt, in der die Reformen, welche solche Bewegungen wie ‚Wir sind Kirche‚ von Ihrer römisch-katholischen Konfession fordern, schon längst gibt.

Mittlerweile ist dieser Zustrom abgeebbt. Nach dem, was ich von meinen römisch-katholischen Freundinnen und Freunden höre, wahrscheinlich deswegen, weil es zum einen immer weniger römisch-katholische Männer gibt, die Priester werden wollen, und zum anderen, weil die dann noch verbleibenden entsprechenden Neupriester zudem im Regelfall anscheinend eher nicht die Ideen und Ziele der erwähnten Reformbewegungen verfolgen. – Ausnahmen, wie der jüngst zur alt-katholischen Kirche konvertrierte Pfarrer Christopher Sturm aus Stuttgart, bestätigen die Regel (zumal Pfarrer Sturm wohl selbst noch ein Kind der Reformbewegung des Zweiten Vatikanischen Konzils ist).

Allerdings gibt es mittlerweile, neben den Studierenden, die weiterhin das alt-katholische Theologiestudium am alt-katholischen Seminar in Bonn absolvieren, als neue Gruppe die oben erwähnten Pastoralreferenten. Also Theologen, die in der römisch-katholischen Kirche studiert und seelsorgerlich als Laientheologen gearbeitet haben.

Der Ersten, der diesen Weg beschritten hat, ist der heutige Priester von Regensburg, Daniel Saam. Ihm sind mittlerweile eine ganze Reihe an Pastoralreferenten gefolgt. Jüngst ist mit Robert Geßmann erneut ein Pastoralreferent für die Gemeinden Singen und Sauldorf übernommen worden. Seine Diakonatsweihe ist für den 10. November geplant.

Interessanterweise sind es bislang nur Männer, also Pastoralreferenten, die diesen Schritt gegangen sind. Mich überrascht dies, weil es ja auch  Theologinnen gibt, welche als Pastoralreferentinnen arbeiten, und von denen sicher die eine oder andere den Ruf zur katholischen Diakonin oder zur katholischen Priesterin in sich verspürt und die nach einer liberalen und weltoffenen katholischen Kirche suchen.

Für mich ist es verwunderlich, dass von diesen bislang anscheinend noch keine den Weg zu uns gefunden hat.