Bischof Matthias Ring bei jüdischer Ordination

Rabbiner Dr. Walter Homolka bei der Bischofsweihe von Dr. Matthias Ring

Vorgestern wurde folgende Meldung auf der Website des Bistums veröffentlicht:

Am 23. November werden fünf Absolventen des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam zu Rabbinern ordiniert. Die Ordinationsfeier, an der auch Bischof Dr. Matthias Ring als Gast teilnehmen wird, findet in der Synagoge Or Chajim der Israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg statt.

Das alt-katholische Bistum pflegt gute und freundschaftliche Beziehungen zum Abraham-Geiger-Kolleg. Der Rektor des Kollegs, Dr. Walter Homolka, nahm 2010 an der Bischofsweihe von Dr. Matthias Ring in Karlsruhe teil und sprach ein Segenswort. Die Pastoralsynode in Bad Herrenalb im Jahr 2000 hatte, ebenfalls in Anwesenheit von Landesrabbiner Dr. Homolka, ein deutliches Schuldanerkenntnis für das Versagen der Alt-Katholischen Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus abgelegt. Der damalige Bischof Joachim Vobbe sagte damals in seiner Ansprache zur Einleitung der Vergebungsbitte: „Es gab eben nicht nur die Schuld dieses oder jenes Christen, dieses oder jenes Alt-Katholiken, die ganz persönliche Schuld, die die Betroffenen mit sich selbst abmachen müssen oder mussten. Es gab und gibt auch die Schuld der Institution und ihrer offiziellen Vertreter in offizieller Mission! Es wurde von Pfarrern und synodalen Gremien hier und da der Anbruch der neuen Zeit bejubelt! Es wurde die öffentliche Stellung einiger missbraucht zu Lobeshymnen auf den Führer. … Es wurde auch vor dem Heiligsten nicht haltgemacht: Vereinzelt wurden Predigten missbraucht zur Hetze, Sakramente zum Ausschluss!“  Bischof Vobbe betonte damals, bis auf einzelne Ausnahmen sei die Suche nach einigermaßen mutigen Äußerungen oder wenigstens deutlichen Abgrenzungsversuchen der Kirche in der fraglichen Zeit gegenüber dem Nationalsozialismus vergeblich. Bischof Dr. Matthias Ring hat eine im Jahr 2008 veröffentlichte Dissertation über die Alt-Katholische Kirche in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus verfasst.

Die Ordinationsfeier in Bamberg beginnt um 15.00 Uhr und wird vom Bayerischen Rundfunk live im Fernsehen sowie als Livestream im Internet übertragen (www.br.de).


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3 Kommentare zu “Bischof Matthias Ring bei jüdischer Ordination”

  1. Jajjjaaa… schön und gut… aber…

    Ich will nicht kleinreden, was den Juden damals passiert ist. Aber: Es ist für die nächsten Generationen ausgeschlossen, daß Juden in Europa wieder in großen Maßstab diskriminiert werden. Im Gegensatz zu gewissen anderen Opfern der Nazizeit, die so gern unter den Teppich gekehrt werden.
    Hier in Deutschland stellt die schon kaum ein Personaler freiwillig ein und es heißt „Die klauen doch alle“. In anderen europäischen Ländern trifft es sie noch schlimmer. Z.B. in Ungarn ist man praktisch von Geburt an bestraft, wenn man als so jemand geboren wird. Niemand will denen auch nur die Hand geben.
    Die Bundesregierung konnte sich jedenfalls allen Ernstes erst 1983 dazu durchringen, wenigstens ansatzweise zuzugeben, daß auch an diesen Menschen in der Nazizeit Völkermord begangen wurde.

    Sehr geehrte Juden: Entschuldigt, aber ich bin sehr dafür, daß in den nächsten paar Jahren mal gewisse andere Opfer der Nazizeit im Vordergrund stehen. Nämlich die, die bis heute in Europa unter schlimmster Ausgrenzung leiden. Denn es ist nicht fair, daß ausgerechnet diejenigen, die bis heute auch in Deutschland verachtet und ausgegrenzt werden, so dermaßen nebenbei unter „ach da war ja auch noch…“ abgehakt werden.

    http://www.nationalsozialismus.at/Themen/Nationalsoz/sinti.htm
    http://www.migazin.de/2011/07/28/sinti-und-roma-bildungssituation-in-deutschland/

  2. Wir dürfen die Erinnerung an das Schreckliche, was dem jüdischen Volk durch die Deutschen angetan wurde niemals vergessen oder verdrängen. Die Deutschen waren dabei, hier ein gesamtes Volk vernichten zu wollen. Ohne andere Opfer gering achten zu wollen, dürfen wir das nie, niemals aus den Augen verlieren. Gerade auch, weil es so viele Mitläufer gab.

  3. Jaaaaaaa schon klaaaaaaaarrrrrr…..
    *grummel*

    Aber es wird gelegentlich so getan, als ob es nur ein einziges Vok gegeben hätte, das die Nazis vernichten wollten.
    Und das stört mich doch sehr, weil es nunmal auch noch ein Volk gibt, das die Nazis entschieden vernichten wollten UND DEM ES BIS HEUTE IN EUROPA IN WEITEN TEILEN ZIEMLICH SCHLECHT GEHT!! Das von Minderheitenschutz in einigen EU-Ländern nichtmal träumen darf.
    Und daß das in der Erinnerung an die Nazizeit so unter den Teppich gekehrt wird, ist von unserer Politik erbärmlich.

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