Gedenktag Märtyer-Bischof Alberto Ramento (9.8.1936 – 3.10.2006)

Bischof Alberto Ramento (1936-2006)

Ich weiß, dass sie vorhaben mich als nächsten zu töten, doch ich werde deshalb in meinem Dienst gegenüber Gott und den Menschen nicht nachgeben (Bischof Alberto Ramento)

Heute, am 3. Oktober 2006, also vor fünf Jahren wurde der philippinische Bischof Alberto Ramento ermordet im Pfarrhaus von San Sebastian aufgefunden. Er war Bischof der Philippinischen Unabhängigen Kirche (Philippinian Independent Church – PIC / Iglesia Filipina Independiente – IFI) und zwischen 1993 und 1999 als neunter ‚Obispo Maximo’ das Oberhaupt der PIC mit über sieben Millionen Kirchenmitgliedern. Die Alt-Katholischen Kirche der Utrecher Union stehen seit 1965 in Kirchengemeinschaft mit der PIC.

Die offiziellen Stellen stellten den Mord an Ramento als einen Raubmord dar. Die Diözese von Tarlac sowie die Familie des Getöteten haben nach eigener Darstellung dagegen genügend Hinweise, um von einem politisch motivierten Mord auszugehen.

Das elfte Oberhaupt der PIC, Bischof Godofredo J. David, zeigte sich daher nicht nur entsetzt über die Ermordung, sondern verurteilte auch die Darstellung der Polizei, Ramento sei einem Einbrecher zum Opfer gefallen, als gezielte Verzerrung der Tatsachen: „Wir glauben“, so beteuerte Bischof David, „dass der brutale Mord eine unvermeidbare Folge seines unerschütterlichen Engagement für bedürftige und notleidende Menschen ist.“ Und auch Bischof Ramentos Frau und seine Kinder fanden deutliche Worte: „Unsere Familie ist überzeugt, dass Vaters Tod nicht ein Raubmord war, sondern Teil einer gut geplanten Ermordung. Der Grund war, dass Vater offen die Korruption verurteilte und weil er für die Arbeiter, die Bauern und andere aufgetreten ist. … Tatsächlich gab es einen Raub. Aber nicht Vater wurde zum ausgeraubten Opfer, sondern das philippinische Volk. Wieder einmal raubten sie dem Volk einen sehr guten Menschen, dem es um das Wohlergehen der Menschen ging!

Ramentos Generalsekretär und Nachfolger als Oberhaupt der PIC, Bischof Tomas Millamena, sagte bei der Beerdigung von Bischof Ramento am 13. Oktober 2006: „Die Kräfte, die Bischof Ramentos Zusammenarbeit mit den Armen beim Aufbau des Reiches Gottes, wo Nächstenliebe, Friede und Gerechtigkeit herrschen, nicht billigten, haben ihn deshalb ungebracht. Sie haben ihn brutal ermordet. … Wir sind darüber entsetzt, wie wir nur deshalb verfolgt werden, weil wir die Hungrigen an unsere Tische einladen, den Durstigen ein Glas Wasser anbieten und den Armen die Hand reichen.“

Ramento wurde immer wieder als ‚Bischof und Anwalt der Arbeiter und Bauern’ bezeichnet, weil er stets ein engagierter und unbequemer Unterstützer der armen Bevölkerungsgruppen auf den Philippinen und Kritiker der eklatanten Menschenrechtsverletzungen auf den Philippinen war.

So richtete er beispielsweise im Jahr 2000 in der Kirche San Sebastian ein Ernährungsprogramm für Straßenkinder in Tarlac-City ein, in der die Kinder täglich etwas zu Essen bekamen und die Kirche als Schlafquartier nutzen konnten. Für Bischof Ramento war klar, dass Anbetung und Tat im christlichen Glauben untrennbar miteinander verbunden sind. In einer Traueransprache für einen seiner Priester, Pfarrer William Tadena, der sich ebenfalls für die Armen einsetzte und 2005 von Männern auf Motorrädern erschossen wurde sagte er: „Wer seinen Nachbarn und seiner Nachbarin, besonders den Armen, nicht dient, wer den Entrechteten, den Bedürftigen, den Unterdrückten, den Durstigen und den politischen Gefangenen Hilfe verwehrt, ist kein wahrer Christ. Eine Kirche, die Gott anbetet, ihrem Land und ihrem Volk aber nicht dient, vollzieht eine falsche Anbetung; denn das Leben eines Menschen, seine Worte und Taten sind seine wahre Anbetung.

In seiner Funktion als Oberhaupt der PIC unterstützte Bischof Ramento im Obersten Bischofsrat der PIC auch die Zulassung von Frauen zum priesterlichen Dienst.

Daneben trat er auch als Vermittler bei den Friedensgesprächen zwischen der damaligen philippnischen Regierung unter Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo und der oppositionellen ‚National Democratic Front of the Philippines’ auf.

Um die Erinnerung an ihn und sein vorbildhaftes und herausforderndes Engagement wach zu halten, wurde der heutige Tag daher vor einem Jahr zum Gedenktag der Alt-Katholischen Kirchen an Bischof Alberto Ramento erklärt, der als Martyrer sein Leben für Christus hingegeben und seinen Glauben mit dem Tod bezeugt hat.

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