Tschechischer stellvertretender Synodalratsvorsitzender Josef König verstorben

Josef König (+ 15.7.2011)

Wie gestern per Rundschreiben bekannt wurde, ist am letzten Freitag, 15. Juli 2011, der stellvertretende Synodalratsvorsitzende unserer tschechischen Schwesterkirche, Josef König, verstorben. Da Josef König häufiger Deutschland besuchte, ist er auch zahlreichen Alt-Katholikinnen und Alt-Katholiken hierzulande bekannt.

Die tschechische alt-katholische Kirche verliert damit nach eigenen Angaben eine der wichtigsten Persönlichkeiten, welche die tschechische Kirche bislang in der Öffentlichkeit repräsentierten. Josef König habe zusammen mit Bischof Dusan Hejbal nach den Jahren des Totalitarismus viel Arbeit in die Wiederherstellung der alt-katholischen Kirche in Tschechien investiert.

Für viele sei er zu einem wesentlichen Teil der Kirche geworden, den man nun schmerzlich vermisse.

Schließen wir ihn und seine Angehörigen in unser Gebet ein.
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3 Kommentare zu “Tschechischer stellvertretender Synodalratsvorsitzender Josef König verstorben”

  1. Milé přítelé ve Česku, jsem velmi smutný pro smrt našého Josefu Königu – Páne smiluj se! (D.K.)

  2. Der Tod von Josef König ist ein riesiger Verlust für unsere tschechische Schwesterkirche. Josef König hat in der Zeit der Neuorientierung der tschechischen Altkatholiken nach der Wende fundamentale Arbeit für die Neuausrichtung der Kirche geleistet. War die Kirche vorher eine „Kirche des kleinen Restes“ – etwas schräg beäugt aufgrund ihrer deutschen Vergangenheit, so ist sie heute eine Kirche, die auch bei der tschechischen Mehrheitsbevölkerung durchaus in gutem Ansehen steht. Daran hatte Josef König einen entscheidenen Anteil.

    Er ist in Brünn / Brno in Südmähren geboren und zog in seiner Jugend mit seiner Familie als Spätaussiedler nach Deutschland. Hier machte er seine Ausbildung und lebte lange Zeit, bis er nach sehr schwerer Krankheit arbeitsunfähig und Rentner wurde. Danach – bald nach der Wende – zog er nach Prag, kaufte sich eine Wohnung und erhielt die tschechische Staatsangehörigkeit zurück. Vermutlich ist es diese Vergangenheit, die ihn befähigte, zum einen die deutschstämmige Minderheit zu verstehen (aus der heraus die tschechische altkatholische Kirche gegründet wurde), und zum anderen eine hohe Loyalität zum tschechischen Staat und zur tschechischen Gesellschaft zu haben. An der Kirchengeschichte der früheren deutschen Gemeinden in Nordböhmen war er immer interessiert. Als perfekter Doppelsprachler hatte er auch da nie Probleme.

    In der Kirche war Josef König ein Workoholic, immer aktiv, immer am Werkeln.

    Diese Ära ist nun – leider – zu Ende. Die Arbeit, die Josef König gemacht hat, wird sicherlich in diesem Umfang und in dieser Intensität nicht mehr weitergeführt. Es kehrt wieder „altkatholische Normalität“ ein.

    Man darf aber eines nicht vergessen: Ein Ehrenamtler, der voll für die Kirche arbeitet und dabei so viel bewegt wie Josef König, ist keine Selbstverständlichkeit. Darf keine Selbstverständlichkeit sein. Das ist eine Gnade Gottes. Und die Altkatholische Kirche in der Tschechischen Republik wäre heute nicht da, wo sie ist, ohne Josef König.

    Der Herr schenke ihm seinen Frieden.

    Ich werde morgen bei den Beerdigungsfeierlichkeiten dabei sein, in Prag.

    Lothar Adam
    Alt-Katholische Kirchengemeinde Weidenberg

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