Katholische Priesterin sein

Priesterinnen-Weihe von Brigitte Glaab – Übergabe von Kelch und Patene – von links nach rechts: Bischof Dr. Matthias Ring, Diakonin Hilde Freihoff, Priesterin Brigitte Glaab – Foto: Klaus Scherer

Anlässlich des bevorstehenden Jubiläums der Weihe der ersten Frauen zu katholischen Priesterinnen am Pfingstmontag 1996 hat das Bistum gerade eben folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Alt-Katholische Kirche weihte vor 15 Jahren die ersten Frauen in Deutschland zu katholischen Priesterinnen

Der Pfingstmontag 1996 ist für alt-katholische Christinnen und Christen ein historisches Datum. Zu katholischen Priesterinnen geweiht wurden an diesem Tag in Konstanz Angela Berlis und Regina Pickel-Bossau. Sie waren damit die ersten Frauen in Deutschland, denen der priesterliche Dienst übertragen wurde. Die Priesterinnenweihe vollzog der damals amtierende Bischof des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland, Joachim Vobbe. Heute leiten zwei Frauen als Pfarrerinnen eine alt-katholische Gemeinde (Augsburg und Bonn). Eine weitere arbeitet als Pfarrvikarin in Frankfurt und zwei Frauen sind als Priesterinnen mit Zivilberuf ehrenamtlich in der Seelsorge tätig. Angela Berlis ist inzwischen Professorin und Vizedekanin an der Theologischen Fakultät der Universität Bern. Mittlerweile gibt es auch Priesterinnen in den alt-katholischen Kirchen der Niederlande, Österreichs und der Schweiz.

Der Weihe der ersten Frauen zu Priesterinnen ging ein langer, zum Teil kontroverser Diskussionsprozess voraus. »Es vollzog sich ein Umdenken«, sagt Prof. Angela Berlis. »In den 1970er Jahren fragte man sich noch, ob Frauen überhaupt zugelassen werden dürften. Später wurde erkannt, dass die Einbeziehung von Frauen zu einer reichen Entfaltung des Amtes beitragen würde.« 1994 fiel  die einmütige Entscheidung der 51. alt-katholischen Bistumssynode für den gleichberechtigten Zugang von Frauen zum geistlichen Amt.

Pfarrerin Alexandra Caspari (Augsburg) sieht diesen Schritt im Rückblick als »ein mutiges Gehen in die Zukunft«. Sie erinnert sich noch an ihre Anfangszeit als Priesterin »Als ich in Augsburg anfing, war ich ja die einzige Priesterin im hauptamtlichen Dienst.« Dies hätte bei vielen Gemeindemitgliedern auch einen gewissen Stolz ausgelöst, so die im Jahr 2005 geweihte Caspari.

Es gehe nicht darum, dass die Kirche weiblicher werde, meint Pfarrerin Henriette Crüwell (Bonn). Sie möchte in einer geschwisterlichen Kirche arbeiten. »Dazu braucht es starke Frauen, aber auch starke Männer«, so die Theologin und Juristin.

In einem Grußwort sagte die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Rosemarie Wenner, sie sei dankbar, dass sich nicht nur die Kirchen reformatorischer Tradition für die Frauenordination entschieden hätten.

Als weitere Kirchen in der katholischen Tradition gibt es auch in den meisten Kirchen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft Priesterinnen und – in den USA und in Australien – auch Bischöfinnen.

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7 Kommentare zu “Katholische Priesterin sein”

  1. Wenn eine kleine Nachfrage erlaubt ist:

    Die AK unterscheidet nicht zwischen Zulassung zum Priester- und Zulassung zum Bischofsamt. In manchen anglikanischen Kirchen ist dies ja so.

  2. @ Stefan Meyer

    Danke der Nachfrage.

    Die deutsche Bistumssynode hat 1994 beschlossen:

    „Die Öffnung der kirchenleitenden Ämter für Frauen ist für uns eine dringende Notwendigkeit geworden, da wir überzeugt sind, dass die Kirche auf die Gaben von Frauen nicht verzichten darf und dass der generelle Ausschluss von Frauen von diesen Ämtern eine Ungerechtigkeit darstellt. … Deshalb haben Frauen im Bereich des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland von jetzt an den gleichen Zugang zum ordinierten Amt wie Männer.“

    Dieser Beschluss umfasst die Weihe zur Diakonin, zur Priesterin und zur Bischöfin. Allerdings wird bis zur ersten Wahl und Weihe einer Bischöfin sicherlich noch ein wenig Zeit ins Land gehen, da die Menge der Kandidatinnen derzeit noch relativ gering ist. – Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis zur ersten alt-katholischen Bischöfin.

  3. Vielen Dank für die Antwort.

    Finde ich konsequent, da ich die Unterscheidung innerhalb der Weihestufen nicht berechtigt finde, wie sie in manchen anglikanischen Gemeinschaften praktiziert wird oder – wie beim „Diakonat der Frau“ – gefordert wird.

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