Bistums-Synode beschließt Einrichtung von Ethik-Kommission und die Weiterarbeit im ökumenischen Dialog

Bistumssynode 2010 - Foto: Georg Reynders

Pressemitteilung des Bistums von heute

Schärfung des ethischen Profils und langer Atem bei ökumenischen Dialogen

Zweiter Tag der 57. alt-katholischen Synode in Mainz steht im Zeichen ethischer, ökumenischer und rechtlicher Fragen

Nach einer intensiven Diskussion beschloss die Bistumssynode der Alt-Katholiken in Mainz die Einrichtung von »Kompetenz-Kommissionen«. Solche sollen u. a. klare alt-katholische Positionen in sozialen und ethischen Fragen erarbeiten. Zwei ökumenische Dokumente als Ergebnisse eines Dialogs der alt-katholischen Kirche mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche (VELKD) und der römisch-katholischen Kirche waren ein weiterer großer Themenkomplex der Synode am heutigen Tag. »Bei den noch zu behandelnden ›offenen Fragen‹ steht die Frauenordination seitens der alt-katholischen Kirche nicht zur Disposition«, so der alt-katholische Professor Günter Eßer in seinem Referat über das Schlussdokument »Kirche und Kirchengemeinschaft« der alt-katholisch/römisch-katholischen Dialogkommission.

Die Tragweite ethischer Positionen wurde auf der Synode beispielhaft anhand der Frage des Missbrauchs von Ein-Euro-Jobs diskutiert. Eine klare Position in dieser Frage vertritt der alt-katholische Sozialethiker Prof. Dr. Franz Segbers. »Hartz IV hat das Grundrecht auf sinnvolle Arbeit in einen Zwang zur Arbeit um jeden Preis und zu jedem Preis verkehrt«, so argumentierte Segbers bereits beim Ökumenischen Kirchentag in München.

Die Frage ethischer Kapitalanlagen (also keine Investition von Kirchengeldern z. B. in rüstungsproduzierende Unternehmen) oder der Wechsel zu alternativen Energieanbietern sollen von einer solchen Kommission diskutiert und Positionen mit eindeutigen Aussagen erarbeitet werden. »Wir erwarten von solchen Kommissionen keine nichtssagenden Worthülsen, sondern unmissverständliche und in konkrete Handlungen umsetzbare Stellungnahmen«, so ein Synodenmitglied. Damit würde die alt-katholische Kirche die gestrige Forderung ihres Bischofs Dr. Ring nach einem klaren gesellschaftlichen Profil des deutschen Bistums umsetzen.

Zur Frage einer Kirchengemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche machte Prof. Eßer in seinem Referat deutlich: »Die Ablehnung der Dogmen von der Unfehlbarkeit des Papstes und seines Universalprimates sind seit 1870 eindeutige Lehrmeinung der alt-katholischen Kirchen (wie übrigens auch der orthodoxen, anglikanischen und evangelischen Kirchen).« Der ›historische Primat‹ des Papstes sei ebenfalls alt-katholische Lehrtradition, so der alt-katholische Theologe. Dieser Primat müsse jedoch eingebunden sein in die synodalen und konziliaren Strukturen der Ortskirchen und ihrer Bischöfe. Jetzt wartet man bei den Alt-Katholiken gespannt auf die Stellungnahme der römischen Glaubenskongregation zu dem Dokument.

Schließlich fasste die Synode noch wichtige Beschlüsse zur Finanzreform und zu rechtlichen Fragen.

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