Katholisch denken heißt global handeln – Alt-Katholische Kirche erinnert an den ermordeten Erzbischof Alberto Ramento aus den Philippinen

Am 03. Oktober jährt sich um vierten Mal die Ermordung von Erzbischof Alberto Ramento aus den Philippinen. Er war Bischof der Philippinisch-Unabhängigen Kirche (Iglesia Filipina Independiente), einer Schwesterkirche der Alt-Katholischen Kirche auf den Philippinen. Erzbischof Ramento wurde wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte umgebracht.

Im Rahmen der Bistums-Synode, welche zwischen dem 30. September und dem 03. Oktober 2010 in Mainz stattfinden wird, soll am Samstag, 02. Oktober, ein Buch vorgestellt werden, welches einen dreijährigen Beratungsprozess der alt-katholischen Kirchen mit ihren Schwesterkirchen auf den Philippinen und in den USA dokumentiert und an Erzbischof Ramento erinnert.

Dazu hat das Bistum folgende Pressemitteilung herausgegeben:

Was Europa als Finanzkrise  erschütterte, war für viele Millionen Menschen bereits zuvor eine tagtägliche Erfahrung von Hunger und Not. Deshalb haben die alt-katholischen Kirchen zu Fragen der Globalisierung einen dreijährigen Beratungsprozess mit Schwesterkirchen auf den Philippinen und den USA durchgeführt. Der alt-katholische Sozialethiker Prof. Franz Segbers (Universität Marburg) und PD Dr. Peter-Ben Smit (Universität Bern) haben eine Schrift mit dem Titel »Katholisch in Zeiten der Globalisierung« herausgegeben, die diesen Beratungsprozess dokumentiert. Zugleich erinnern sie mit ihrem Buch an den am 3. Oktober 2006 ermordeten Bischof der Philippinischen Unabhängigen Kirche (IFI), Alberto Ramento.

Katholisch bezeichnet nicht eine Konfession, sondern eine Verbundenheit der Christen auf der ganzen Welt. Eine so verstandene Katholizität hat im Zeitalter der Globalisierung weltweit Geschwister im Glauben. Diese Katholizität zeigt sich gerade auch in der Erinnerung an den ermordeten Bischof Ramento. Er trug den Beinamen »Bischof der Arbeiter und Bauern«. Er wurde wegen seines Eintretens für die Menschenrechte umgebracht. Erzbischof Dr. Joris Vercammen, Präsident  der Internationalen Bischofskonferenz der Utrechter Union, schreibt im Vorwort des Buches: »Katholizität hat mit unserer gemeinsamen Nachfolge Christi zu tun, und das ist eine globale Realität. Wir sind miteinander verbunden, um unserem Gott und Vater zu helfen, eine neue Welt zu schaffen, in der alle Menschen respektiert werden.«

Die offizielle Buchpräsentation in Deutschland durch Prof. Segbers findet am Samstag, den 2. Oktober 2010, um 19.30 Uhr anlässlich der 57. Synode des alt-katholischen Bistums im  Tagungshaus Erbacher Hof in Mainz statt.

Beim Synoden-Abschlussgottesdienst (Sonntag, 3. Oktober 2010, 11.00 Uhr, Augustinerkirche Mainz) wird  zum ersten Mal der Gedenktag  von Bischof Ramento offiziell in einem alt-katholischen Gottesdienst gefeiert.

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3 Kommentare zu “Katholisch denken heißt global handeln – Alt-Katholische Kirche erinnert an den ermordeten Erzbischof Alberto Ramento aus den Philippinen”

  1. Mein lieber Herr Meyer,

    schön, mal wieder einen Kommentar von Ihrer Seite zu bekommen.

    Wie Sie vielleicht wissen – oder auch nicht – haben wir keine „Heiligsprechung“ im römisch-katholischen Sinne.
    Aus alt-katholischer Sicht gibt es Menschen, die mit ihrem Leben besonders vorbildhaft den christlichen Glauben verwirklicht haben, und die uns daher als Vorbilder vor Augen stehen sollen und dürfen. Die Konfession der entsprechenden Christin resp. des entsprechenden Christen spielt dabei keine Rolle.

    Daher wurden in der „Allerheiligen-Litanei“ sowohl bei meiner Diakonats- als auch bei meiner Priester-Weihe selbstverständlich solche Vorbilder wie die alt-katholische Ordensschwester Amalie von Lasaulx, der römisch-katholische Bischof Oscar Arnulfo Romero, der evangelische Bruder Frere Roger, der geistlige Vater der Evangelisch-methodistischen Kirche, Pastor John Wesley oder der Baptist Martin Luther King u.v.m. genannt, mit denen gemeinsam wir zu Gott beten.

    Herzlich grüßt

    Ihr

    Walter Jungbauer

  2. Danke für die schnelle Antwort.

    Aber es ist ja im altkatholischen Sinne eine Heiligsprechung, nicht wahr?

    Ich finde das gut, dass klar gesagt wird, wer als Vorbild genommen werden kann und wer besser nicht.

    Gruß

    S.Meyer

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