Pfingsten: Erste Alt-Katholische Priesterin für Italien in Rom geweiht

Bischof em. Fritz-René Müller

In der alt-katholischen Kirche in Italien wurde gestern in Rom durch Bischof em. Fritz-René Müller die erste Priesterin für Italien geweiht. Bischof em. Müller betreut im Auftrag der Internationalen Bischofskonferenz die Alt-Katholische Kirche in Italien.

Diakonin Maria Vittoria Longhitano (35) ist verheiratet und wird zukünftig die Alt-Katholische Gemeinde „Jesus von Nazareth“ in Mailand leiten. Die Priesterinnen-Weihe fand in der anglikanischen All-Saints-Kirche in Rom statt; die Kirche liegt in der Nähe der berühmten Spanischen Treppe.

Herzliche Glückwünsche aus Deutschland!

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12 Kommentare zu “Pfingsten: Erste Alt-Katholische Priesterin für Italien in Rom geweiht”

  1. Bereits am 21.10.2006 wurde von Bischof Joachim Vobbe eine Priesterin für Italien geweiht, siehe

    http://www.alt-katholisch.de/fileadmin/red_ak/CH-Archiv/07-2-4.htm

    „Interview mit Teodora Tosatti, der ersten Priesterin der Chiesa Vetero-Cattolica in Italien

    Teodora Tosatti, wohnhaft an der Peripherie von Rom, verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, hat nach vielen Jahren des Suchens in der Chiesa Vetero-Cattolica Italiens ihre Heimat und ihren Aufgabenkreis gefunden. Am 21. Oktober (2006) wurde sie in der Bonner Pfarrkirche St. Cyprian von Bischof Joachim Vobbe zur Priesterin geweiht. Vobbe ist als Delegat der Internationalen Alt-Katholischen Bischofskonferenz für die Gemeinden in Italien zuständig.“

  2. Lieber Ulrich,

    herzlichen Dank für die Korrektur! Das hatte ich nicht mehr in Erinnerung, und mich wohl zu sehr auf Agenturmeldungen verlassen ;-)

    Zumindest dürfte es die erste alt-katholische Priesterinnen-Weihe in Italien gewesen sein.

    Herzlich

    Walter

  3. Hallo zusammen,

    ja, meines Wissens stimmt beides! Ich kenne beide Priesterinnen persönlich und freue mich für sie und unsere italienischen Freunde! Und ich freue mich für die ewige Stadt Rom und den ganzen Klerus dort, dass sie endlich eine katholische Priesterinnen-Weihe erleben durften! Bei der Weihe von Dr.ssa Tosatti hatte man sich leider wohl noch nicht recht getraut, das in Rom zu machen, obwohl die offizielle Sprachregelung natürlich eine andere war.

    Vor ein paar Wochen war ich erst noch an der Spanischen Treppe, wohl leider zu früh! ;-)

    Allora, tanti auguri, Maria Vittoria e Teodora, e la benedizione di dio per voi!

  4. Ein unkommentiertes Video über die Weihe von Maria Vittoria Longhitano ist in Youtube veröffentlicht: http://www.youtube.com/watch?v=Bm1_hJ2bTco

    Ein Video mit italienischem Kommentar findet man unter:

    Bei aller Zustimmung zur Weihe von Frauen sind in Italien einige Dinge, die doch sehr diskutierenswert wären.

  5. Die Pressemitteilung des Deutschen Bistums zur Weihe in Italien:

    Vor den Mauern des Vatikans werden Türen geöffnet
    In Rom wurde die erste Frau in Italien zur katholischen Priesterin geweiht.
    Bischof em. Fritz-René Müller von der Christkatholischen Kirche der Schweiz (so lautet der offizielle Name der alt-katholischen Kirche in der Schweiz) hat am Samstag vor Pfingsten (22. Mai 2010) in der anglikanischen All-Saints Kirche in Rom zum ersten Mal in Italien eine Frau zur katholischen Priesterin geweiht: Dr. Maria Vittoria Longhitano. »Ich habe den Weg geöffnet«, sagte die 35-Jährige Neugeweihte gegenüber einer italienischen Tageszeitung, »denn Katholizität bedeutet Universalität, und die ist ohne Frauen verletzt.«
    Frau Longhitano ist die zweite alt-katholische Priesterin in Italien. Die alt-katholische Pfarrerin von Rom, Dr. Teodora Tosatti, war bereits vor drei Jahren vom damaligen deutschen alt-katholischen Bischof, Joachim Vobbe, in Bonn zur Priesterin geweiht worden. Frau Longhitano ist verheiratet und wird zukünftig die alt-katholische Gemeinde »Jesus von Nazareth« in Mailand leiten.
    »Ich will mich in Italien für die Propagierung einer ›anderen‹ katholischen Kirche einsetzen«, sagt Bischof em. Müller nach der Weihe. Synodalität, d. h. die Mitbestimmung aller Kirchenmitglieder, und die Gleichberechtigung von Mann und Frau sollten in Wort und Praxis sichtbar werden. »Die Weihe in Rom und vor allem das große Interesse der Medien haben einen großen Beitrag dazu geleistet«, so der Bischof.
    Eine kleine Gemeinschaft sind die Alt-Katholiken in Italien noch, mit etwa 300 Mitgliedern, einer großen Zahl an Sympathisanten, 7 Geistlichen und mehreren Gemeinden u. a. in Turin, Mailand, Florenz und Rom. Die Zukunftsaussichten der alt-katholischen Kirche in Italien seien gut, berichtet Bischof em. Müller, auch wenn die Arbeit mit vielen Schwierigkeiten verbunden sei – wie weiten räumlichen Distanzen, Ressentiments und Finanzproblemen. Ein großer Teil der Arbeit werde ehrenamtlich geleistet.
    Auch Dr. Longhitano wird ehrenamtlich für die alt-katholische Kirche in Italien als Seelsorgerin und Gemeindeleiterin arbeiten. In ihrem zivilen Beruf ist die gebürtige Sizilianerin Lehrerin an einer Mittelschule in Mailand. Seit Februar 2002 ist sie offiziell Mitglied der alt-katholischen Kirche in Italien. »Es gibt noch viele Türen zu öffnen«, so die Theologin und in Philosophie promovierte Neupriesterin. Aber mit ihrer Weihe sozusagen vor den Toren des Vatikans sei ein weiterer wichtiger Schritt getan.

  6. Danke an Herrn Wedra für die Videos! Und falls Sie in Italien einen alt-katholischen Mediator brauchen sollten – ich bin einer! Und kann auch halbwegs italienisch – almeno al livello delle conversazioni quotidiane…

  7. Bei aller Freude über Maria Vittoria: Es ist schon erstaunlich, was für ein unterschiedliches Medienecho es jetzt gibt, und das wohl nur, weil sie jetzt in Rom geweiht wurde. Von Teodoras Weihe in Bonn erfuhren damals fast nur Eingeweihte, am wenigsten wohl die Italiener selber – schade eigentlich. Die „Berlusconisierung“ der Medien mit ihrem Haschen nach kurzfristigen Aufregern und umgehend folgendem Wieder-Vergessen (siehe BSE und Schweinegrippe und dergleichen) scheint allmählich ein globales Phänomen zu sein…

  8. Man muss einfach sagen, dass Maria Vittoria sehr gute Kontakte zur Presse hat. Sie hat schon vor anderthalb Jahren einen großen Bericht im Frauenteil der Tagezeitung La Repubblica gehabt:
    http://www.digayproject.org/coddocumento/69/D%20La%20Repubblica%20delle%20Donne%20-%2007%2002%2009%20-%20Per%20fare%20outing%20ci%20vuole%20Dio%20(pag1).pdf

    Weitere Teile des Artikels findet man hier:
    http://www.digayproject.org/Archivio-notizie/per_fare.php?c=1890&m=15&l=it

    Einen anderen Link findet man hier:
    http://mmedia.kataweb.it/foto/24724846/operazione-gossip-i-nuovissimi-mostri

    Man glaubt vor allem, dass die italienischen Frauen nun die Frage bewegt, ob sie sich vom Friseur „enthalten“ müssten, wenn sie ihrer Berufung als altkatholische Priesterin folgen.

  9. Bilder von der ersten Messe von Maria Vittoria Longhitano findet man hier:

    http://www.rexfeatures.com/live/2010/05/23/maria_vittoria_longhitano,_the_first_woman_priest,_milan,_italy

    Sie musste ihre erste Messe in einem Park halten, da ihr die Kirche des Oratoriums Don Orione nicht mehr zur Verfügung steht.

    http://milano.repubblica.it/cronaca/2010/05/23/news/la_chiesa_cattolica_le_nega_la_parrocchia_in_strada_la_prima_messa_del_prete_donna-4285846/

    Die Gottesdienste finden nun in der Ladenkirche der Baptisten in der Via Jacopino da Tradate, 16 statt.

  10. Hallo Stefan,

    könntest Du bitte für alle des Italienischen nicht Kundigen ggf. eine Übersetzung der italienischen Texte anfertigen, auf die Du in Deinen Kommentaren verlinkst? Mir fehlt häufig bei Deinen Kommentaren der Hintergrund, weil ich ganz einfach den italienischen Text nicht verstehe.
    Und wer bitte ist „Sai Baba“?

    Herzlich

    Walter

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