Der VattenFall und kein Asse im Ärmel

halbwertszeit - NullProzentZuerst muss das Atomkraftwerk Krümmel (Betreiber: Vattenfall und E.ON) nach knapp zwei Jahren Stillstand und nur zwei Wochen Laufzeit wegen einem erneuten Trafobrand wieder vom Netz, dann tritt auch noch radioaktiv strahlende Salz-Lauge aus der Asse aus – und jetzt darf auch Biblis B (Betreiber: RWE) nach sechsmonatiger Revision vorerst nicht wieder ans Strom-Netz, weil noch eine Nachrüstung fehlt.

Hatte ich das richtig im Ohr, dass die Asse als „sicheres Endlager“ im Gespräch war? Ähnliches höre ich ja auch immer wieder vom Salzbergwerk in Gorleben. Und in 20 oder 30 Jahren dürfen wir dann vernehmen, dass es auch in Gorleben auf einmal Probleme gibt, die man so nicht erwartet hatte. Mit Strahlenmüll, der über Millionen von Jahren sicher von der Biosphäre abgeschlossen sein muss. – Warum wird eigentlich nicht ergebnisoffen nach einer Lagerstätte gesucht, die nach heutigem Erkenntnisstand die optimalste Sicherheit gibt? Denn dass Gorleben eine politische Entscheidung war, und keine, die vor dem Hintergrund von wissenschaftlicher Vernunftabwägungen getroffen wurde, ist eigentlich evident (vgl. dazu u.a. den Wikipedia-Artikel zu Gorleben).

Machen sich die Befürworter eigentlich auch nur ansatzweise klar, welche Last wir hier unseren Nachkommen hinterlassen? Wie können wir das eigentlich mit der Ruhe und Gelassenheit hinnehmen, in der diese Diskussion geführt wird? Und wie können wir es verantworten, dass weiterhin dieser Müll produziert wird? Es müsste doch eine Massenbewegung weg von den Energieversorgungsunternehmen geben, die Atomstrom anbieten, hin zu den echten Öko-Strom-Anbietern (ich empfehle Interessierten einen Blick auf die durch den Verein „Grüner Strom Label“ zertifizierten Anbieter; hier werden wirklich strenge Kriterien angelegt, die u.a. auch die verpflichtende Förderung von Neuanlagen Erneuerbarer Energien beinhalten).

Hier ist jede und jeder Einzelne gefragt, ihren / seinen ganz persönlichen Beitrag zur Schöpfungsbewahrung zu leisten! Wir können unseren Kindern später nicht sagen, wir hätten von den Gefahren der Atomenergie nichts gewusst.

Weitere Infos rund um das Thema Atomenergie / Atommüll, und Debatten in der Blogosphäre zum Thema:

Fotograf: NullProzent – Quelle: http://www.flickr.de

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7 Kommentare zu “Der VattenFall und kein Asse im Ärmel”

  1. P.S.: Wenn ich das rechte beobachte, waren Mitte Juni 2009 von den noch laufenden 17 Atomkraftwerken in Deutschland sieben außer Dienst … dennoch habe ich nicht mitbekommen, dass in Deutschland irgendein Licht ausgegangen wäre … brauchen wir die AKWs denn wirklich für unsere Energieversorgung? … oder ist nicht doch ein noch viel schnellerer Ausstieg realisierbar? …

  2. Schnell und einfach kann jeder einen Teil beitragen, indem man den Stromanbieter wechselt. Dauert nur 5 Minuten, kostet keine Wechselgebühren und die Ökostromanbieter übernehmen sogar die Kündigung beim alten Anbieter. Vattenfall zittert schon jetzt: http://www.heise.de/tp/blogs/2/142020

    @oekumenisch:
    Die Menge des von Deutschland exportierten Stroms entspricht in etwa der Menge des Stroms, den die sechs ältesten AKWs erzeugen. Die könnten also sofort vom Netz, ohne dass es zu einer Versorgungslücke käme.

  3. Wenn in Deutschland nicht genügend Energie zur Verfügung steht. kann man den Strom in Frankreich kaufen. Da gibt es genügend Kernkraftwerke.

    Es ist natürlich einfach, die Kernkraft zu verteufeln, – ohne Rücksicht auf den Klimaschutz. Was hat denn der Ausfall eines Transformators (außerhalb eines Kraftwerkes, zu Ende seiner Lebensdauer), mit der Sicherheit des Kerkraftwerkes zu tun?

  4. Hallo Herr Neines,

    die Atomkraftwerke sind für den Klimaschutz nicht notwendig – sie und die vier AKW-Betreiber haben vielmehr über Jahrzehnte sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen verhindert. Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, welche Widerstände gegen das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) von Seiten der Atomkraftwerker kam, weil die ihre Felle davonschwimmen sahen. Und ohne das EEG hätten wir nie diesen Aufschwung im Bereich der Erneuerbaren Energien erreicht. Ein Wirtschaftszweig, nebenbei, der mittlerweile sehr viele Arbeitsplätze in Deutschland sichert …

    Der von Ihnen vorgebrachte Stromkauf aus Frankreich ist nicht notwendig. Die immer wieder von interessierten Kreisen an die Wand gemalte „Stromlücke“ wird es nicht geben. Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA), ist hier ganz eindeutig: Wenn die Alternativen engagiert ausgebaut werden, ist kein Engpass zu erwarten.

    Ein solcher Trafobrand wie in Krümmel geschehen, darf bei den angeblich so sicheren Atomkraftwerken in Deutschland nicht passieren. Schon gleich gar nicht, wenn das AKW wegen genau dem gleichen Problem seit 2007 bereits abgeschaltet war.

    Durch den Trafobrand 2007 ist es nach dem Gutachten des TÜV Nord und der Germanischen Lloyd beispielsweise zum unplanmäßigen Ausfall mehrerer Pumpen gekommen, welche den Reaktor mit Wasser speisen. So ganz unproblematisch, wie Sie das darstellen, scheinen Probleme mit dem Trafo ja dann doch nicht für die Sicherheit eines AKW zu sein …

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