aklogoHeute werden in Zaitzkofen bei Regensburg wieder Priester für die erzkonservativ-traditionalistische Pius-Bruderschaft geweiht. Die Anhänger des Erzbischofs Marcel Lefebvre vertreten die Ansicht, dass die römisch-katholische Kirche eigentlich schon viel zu liberal sei und verwerfen viele Reformen, die das Zweite Vatikanische Konzil für die Römisch-Katholische Kirche gebracht hat (vgl. dazu „Lefebvrianische Traditionalisten wollen jetzt den Papst bekehren„). Im Frühjahr hatte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI., die Exkommunikation von vier Bischöfen der Pius-Bruderschaft aufgehoben (vgl. dazu „Lefebvre zurück in Rom„).

Da es auf Grund des Namens der Alt-Katholischen Kirche immer wieder zu Missverständnissen kommt, und wir von Menschen, die uns nicht kennen, mit der Pius-Bruderschaft Lefebvres verwechselt werden – das Stichwort „Alt“ in „Alt-Katholisch“ verführt etwas dazu -, hier eine kurze informierende Klarstellung:

Auf dem Boden von Evangelium und Tradition stehend ist die Alt-Katholische Kirche eine liberale, reformorientierte und unabhängige katholische Kirche, in der alle Mitglieder auf Grund der bischöflich-synodalen Struktur Mitsprache- und Mitentscheidungsrechte haben. Wir pflegen enge ökumenische Beziehungen zu anderen Kirchen bis hin zur gegenseitigen Einladung zu Abendmahl und Eucharistie mit der Evangelischen Kirche und zur Kirchengemeinschaft mit der Anglikanischen Kirche. Die Alt-Katholische Geistlichkeit unterliegt keiner verpflichtenden Ehelosigkeit (Zölibat), Frauen können zu Diakoninnen, Priesterinnen und Bischöfinnen gewählt und geweiht werden, und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist möglich.

Wer mehr über die Alt-Katholische Kirche erfahren möchte, kann sich auf der Internet-Seite unseres Bistums informieren (www.alt-katholisch.de) oder auf diesem Weblog einen Kommentar hinterlassen, auf den ich dann gerne reagiere.

Zur Priesterweihe der Piusbruderschaft: Unfehlbar rechts – Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 26. Juni 2009