Nachdem der derzeitige römisch-katholische Papst Benedikt XVI. die Anhänger des reaktionären Erzbischofs Marcel Lefebvre wieder aufgenommen hatte (vgl. „Lefebvre zurück in Rom„), haben sich diese jetzt vorgenommen, den Vatikan „wieder“ auf ihre Linie zu bringen. So formulierte es jedenfalls Bernard Tissier de Mallerais, einer der vier rehabilitierten Bischöfe, in einem Interview gegenüber der italienischen Zeitung „La Stampa“ (wer das ganze Interview nachlesen will: findet auf dem Blog „exultet.net“ eine deutsche Übersetzung: Bernard Tissier de Mallerais im Interview.)

Bisher waren viele Kommentare, die ich gelesen habe, davon ausgegangen, dass die Lefebvrianer nun die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils, in welchem die römisch-katholische Kirche Mitte der 60 Jahre des letzten Jahrhunderts wichtige Reformen in Liturgie, im Verhältnis zu anderen Religionen und Konfessionen etc. durchgeführt hat, anerkennen würde. Das scheint ein Trugschluss zu sein. Die Anhänger Lefebvres wollen wieder hinter das Vaticanum II zurück, und dabei die ganze römisch-katholische Kirche mit sich ziehen.

Vielleicht war der Schritt von Benedikt XVI. doch etwas übereilt … – Ich bin gespannt, wie es bei den römisch-katholischen Schwestern und Brüdern weitergeht.