Wenn im Kindergarten meiner Kinder eine Erkältungskrankheit die Runde macht, kann ich im Regelfall damit rechnen, dass auch mir innerhalb weniger Tage der Hals kratzt und die Nase läuft. Die Erkältung breitet sich aus, wie ein kaum zu stoppender Virus. – Warum sollte das eigentlich nicht auch für den Bekanntheitsgrad der Alt-Katholischen Kirche funktionieren?

Denn immer wieder stoße ich auf Menschen, welche die Alt-Katholische Kirche nicht kennen, und beim Stichwort „katholisch“ lediglich an die römische Version des Katholizismus denken. Wenn ich Ihnen dann von der unabhängigen liberalen katholischen Ausrichtung der Alt-Katholischen Kirche erzähle, sind sie häufig sehr positiv überrascht.

Natürlich wundert es mich nicht, dass die Alt-Katholische Kirche – insbesondere neben den beiden großen und dominanten Volkskirchen römisch-katholischer und evangelisch-landeskirchlicher Konfession – kaum auffällt. Mit rund 25.000 Mitgliedern in Deutschland entsprechen wir schließlich lediglich knapp 0,03% der deutschen Bevölkerung.

Allerdings glaube ich, dass das vorhandene „Potential“ für die alt-katholische Kirche damit bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Ich bin sicher, dass es viele Menschen gibt, die nach einer Kirche suchen, die sich zwar der katholischen Spiritualität und Tradition verbunden weiß, dabei aber gleichzeitig Wert auf die Mitsprache aller Kirchenmitglieder legt (Synodalität), welche enge freundschaftliche Beziehungen bis hin zur Kirchengemeinschaft mit anderen Kirchen pflegt (Ökumene), welche die Gewissensentscheidung des Einzelnen als wichtig erachtet (z.B. bei der selbst verantworteten Familienplanung), oder die Einbeziehung der Frauen in den geweihten kirchlichen Dienst befürwortet – so, wie es in der alt-katholischen Kirche der Fall ist.

Dass wir dieses Potential nicht ausschöpfen können, hängt u.a. damit zusammen, dass uns die Finanzen für eine professionelle und aufwändige Öffentlichkeitsarbeit fehlen. Zudem sind wir auf Grund unserer geringen Größe für die Medien relativ uninteressant. Das letzte mal richtig groß in Zeitungen, Radio und Fernsehen waren wir 1996, als wir die ersten beiden Frauen in unserem Bistum zu katholischen Priesterinnen weihten. Das nächste mal vielleicht, wenn dann die erste katholische Bischöfin in einem der Alt-Katholischen Bistümer geweiht wird – aber das wird wohl noch ein wenig dauern.

Daher ist das Internet natürlich eine wunderbare, weil kostengünstige Möglichkeit, von der Alt-Katholischen Kirche weiterzuerzählen und Menschen über diese moderene Version des Katholizismus zu informieren.

Daher ist das Internet natürlich eine wunderbare, weil kostengünstige Möglichkeit, von der Alt-Katholischen Kirche weiterzuerzählen und Menschen auf diese moderne Version des Katholizismus neugierig zu machen.

Das kann teilweise sehr einfach geschehen: Durch einen kleinen Anhang in dem Adressfeld der eigenen persönlichen E-Mail-Nachrichten. Oder indem man sich in den virtuellen Netzwerken, in denen man sich befindet, die Stichworte „Alt-Katholisch“ und „Utrechter Union“ etc. mit einträgt und dort eine Netzwerk-Gruppe bildet (so gibt es z.B. auf der virutellen Plattform „wer-kennt-wen.de“ eine eigene Gruppe „Alt-Katholiken“). Oder indem jede und jeder, die/der diesen Artikel ließt, mindestens einer oder einem anderen bei einem Gespräch oder mit einem E-Mail oder einen Brief oder wie auch immer von der Alt-Katholischen Kirche erzählt, und so die Bekanntheit unserer Kirche verbreitet.

Wenn wir das einige Zeit fortsetzen, werden wir irgendwann an den so genannten Punkt erreicht, an dem sich dieses weitererzählen, dieses Gerücht von einer modernen liberalen und dennoch katholischen Kirche, wie ein Virus von selber immer weiter ausbreitet. Und es würde mich wundern, wenn das nicht erhebliche Auswirkungen auf unseren Bekanntheitsgrad haben sollte …