Diakonatsweihe mit Ökumenischer Dimension: Grußwort von Oberkirchenrätin Marita Krüger

Oberkirchenrätin Marita Krüger ist die Visitatorin im „Aufsichtsbezirk Süd“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche Thüringens. Gleichzeitig ist sie Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Thüringen. In diesen beiden Funktionen hat Sie an meiner Ordination zum Diakon teilgenommen und ein Grußwort gesprochen, welches ich – verbunden mit ein paar ersten Bildern von dem Festgottesdienst – hier gerne dokumentiere:

„Sehr geehrter Herr Bischof Vobbe, geehrte Brüder im geistliche Amt, lieber Bruder Jungbauer, liebe Schwestern und Brüder,

Wir haben heute an einem bedeutenden kirchengeschichtlichen Ereignis teilgenommen: einer alt-katholischenDiakonatsweihe in der Augustinerkirche Erfurt. Die Augustinerkirche ist eine Kirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die gerade gegründet worden ist und ich darf an dieser Stelle für diese Kirche das Grußwort halten.

Zu allererst möchte ich meine außerordentliche Freude ausdrücken über dieses kirchengeschichtliche Novum und ebenso meine außerordentliche Freude über einen Bruder, der nicht nur mit uns in ökumenischer Gemeinschaft verbunden ist, sondern auch Dienst in unserer Kirche tut. Mit ihm bin ich mit vielen anderen in einer Zeugnis- und Dienstgemeinschaft verbunden. Die Grüße unserer Landeskirche und von unserem Bischof Dr. Kähler darf ich heute übermitteln. Sie tun Ihren Dienst in der Evangelischen Kirche im Mitteldeutschland als Fundraiser. Wir merken durch ihre Tätigkeit: Fundraising ist nicht nur die Suche nach dem schnöden Mammon, sondern es ist eine geistliche Aufgabe, Menschen zu werben für Christus und manche von ihnen lassen sich auch über das Geld erreichen.

2. Dieses kirchengeschichtliche Ereignis findet in der Augustinerkirche in Erfurt, der Heimstätte von Luther während seiner Klosterzeit von 1505-1508 statt. Sie haben mir geschrieben, dass Sie die Augustinerkirche und das Augustinerkloster als ein wunderbares ökumenisches Zeichen empfinden und Luthers Kirche für Sie eine ganz besondere ökumenische Dimension hat.

Martin Luther verbindet auch uns beide miteinander. 12 Jahre war ich Pastorin in Stotternheim und von dort aus nach dem Blitz ist Luther ins Augustinerkloster gegangen, in dessen Kirche Sie heute Ihre Diakonatsweihe empfangen haben.

Luthers Weihe zum Subdiakon und Diakon war hier und hier hat er auch am 2. Mai 1507, also ganz zeitnahe zu diesem Datum heute, seine 1. Messe gelesen, die Primiz. Es war der Sonntag Kantate und er sang seine erste Messe.

Erfurt ist die Stadt, die von Luther das fruchtbare Brothaus, das Bethlehem fertilissima genannt wurde, wo Sie ihr weltliches und geistliches Brot bekommen werden.

3. Wahrscheinlich ist das der erste alt-katholische Gottesdienst in dieser Kirche sowie eine alt-katholische Diakonatsweihe. Wir wollen aber hier in dieser Stadt nicht nur die Arbeit miteinander teilen oder die Kirchen (wie die alte Michaelskirche die Universitätskirche, da haben Sie als alt-katholische Gemeinde Erfurt Gastrecht), sondern unseren gemeinsamen Auftrag, das Evangelium von Jesus Christus in die Welt zu tragen. So möchte ich Sie heute mit dem Monatsspruch April der Herrnhuter Brüdergemeinde grüßen: Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt 1. Petrus 3,15 Das ergänzt in wunderbarer Weise das Motto Ihrer Diakonatsweihe : Glaube Hoffnung. Liebe, 1. Kor. 13,13 und wir dürfen die Hoffnung nicht nur haben, sondern dürfen auch und oft darüber reden.

Es gibt aber keine alt-katholische oder evangelische oder baptistische oder methodistische Hoffnung, Gott sei Dank, sondern es gibt nur die eine Hoffnung, die in Christus ist und auf ihn hinweist. Das ist ein schöner gemeinsamer Dienst und Auftrag, den wir haben in unseren Kirchen und in der Gemeinschaft der Kirchen – und hier in Erfurt in der Gemeinschaft der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, die am 5.Mai über den Antrag der alt-katholischen Kirche, Mitglied der ACK Thüringen zu werden, entscheiden wird.

Die Alt-Katholische Kirche ist sowohl Gründungsmitglied der ACK 1948 in Kassel als auch des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948 in Amsterdam.

Wir freuen uns auf Sie lieber Bruder Jungbauer, auf die Zusammenarbeit mit der alt-katholischen Gemeinde in Erfurt und auf die Weitergabe unseres gemeinsamen Zeugnisses von der Hoffnung, die in Christus ist.

Gott segne Sie und Ihren Dienst“

Foto: Familie Ladegast – privat

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