ACK wird 60 Jahre: alt oder jung?

oikumeneMorgen wird in Mainz das 60jährige Jubliläum der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) gefeiert. Zwei Monate vor dem eigentlichen Termin ein klein bischen zu früh, denn gegründet wurde die ACK am 10. März 1948. Damals hatten sechs Kirchen die Initiative ergriffen, damit die Kirchen Deutschlands bei der anstehenden ersten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) am 23. August 1948 in Amsterdam gemeinsam auftreten konnten.

So fanden sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten und Brüdergemeinden), die Vereinigung der deutschen Mennonitengemeinden, das Katholische Bistum der Alt-Katholiken, die Methodistenkirche in Deutschland und die Evangelische Gemeinschaft in Deutschland zusammen, um die ACK zu gründen – letztere beiden haben sich dann 1968 zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zusammengeschlossen. Die Orthodoxen Kirchen und die Römisch-Katholische Kirche wurden erst 1974 Vollmitglieder.

Und heute? Von den ehemals vier ReferentInnEn der Geschäftsstelle der ACK in Frankfurt am Main (die so genannte Ökumenische Centrale (ÖC)) sind derzeit nur noch zwei in Dienst. Und ob sich da sehr schnell etwas zum Guten verändern wird, ist sehr die Frage. Denn die ehemals vier vollen Stellen sollen auf vier halbe Stellen reduziert werden. Vor allem die beiden großen Kirchen, die zusammen allerdings auch 88% des Haushaltes tragen, haben ihre Beiträge für die Arbeit der ÖC gekürzt.

Mir macht das große Sorgen. Denn die ÖC unterstützt die ökumenische Arbeit in Deutschland mit Fachkenntnis und Koordination. Und es fällt schwer, nicht das Gefühl zu bekommen, dass die Ökumene – also die Zusammenarbeit der Kirchen – von den Kirchen anscheinend nicht mehr so wichtig genommen wird, wenn sie ihre Unterstützung kürzen.

Dabei ist ein ökumenisches Miteinander der Kirchen so geboten, wie noch nie. Die Probleme, mit denen wir uns aus unserem Glauben heraus als Christinnen und Christen auseinandersetzen sollten, wachsen und werden nicht geringer: Der wachsende Rechtsextremismus hier in Deutschland; das Klimaproblem, welches schon meiner Generation erhebliche Schwierigkeiten machen wird; die Ungerechtigkeit auf dieser Welt, die mit dem Stichwort „Globalisierung“ nur kurz umschrieben ist. Und das sind nur einige wenige Beispiele.

Die Kirchen müssen dringend zusammenarbeiten. Unser Glaube verpflichtet uns m.E. dazu. Es geht um die Gute Nachricht, um ihre Umsetzung in Wort und Tat, nicht um konfessionelle Engstirnigkeit. Und dazu braucht es eine starke Koordinationsebene, welche die Ökumene-Arbeit auf Bundesebene vorantreibt.

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4 Kommentare zu “ACK wird 60 Jahre: alt oder jung?”

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