Neue Gottesdienststation in Erfurt

Demnächst gibt es eine neue Alt-Katholische Gottesdienststation in Erfurt. Sie wird unser bisheriges Gottesdienst-Angebot in West-Thüringen ergänzen.

Alt-Katholisch ist – um es kurz zu erläutern – eine moderne Form des Katholizismus, nicht etwa eine konservativere Variante der römisch-katholischen Konfession. Wer noch nichts von der Alt-Katholischen Kirche gehört hat, braucht sich aber auch nicht zu wundern: Es ist eine relativ kleine Kirche, die neben der großen römisch-katholischen Schwester kaum auffällt. Nachrichtenwert mit Tagesschau-Relevanz hatten wir zuletzt an Pfingsten 1996, als der Bischof unserer Kirche, Joachim Vobbe, die ersten beiden Frauen zu katholischen Priesterinnen geweiht hat.

Hier in Thüringen sind wir Alt-Katholikinnen und Alt-Katholiken in der absoluten Extrem-Diaspora. Gerade mal etwas mehr als 40 Leute in West-Thüringen. Mehr von unserer Sorte gibt es mit Schwerpunkten vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Dennoch will ich mit ein paar Alt-Katholikinnen und Alt-Katholiken in Erfurt den Versuch machen, eine regelmäßige sonntägliche Gottesdienststation aufzubauen. Denn ich denke, dass diese synodale und ökumenisch ausgerichtete Variante des Katholizismus eine interessante Ergänzung im bunten Regenbogen der christlichen Konfessionen darstellt, die noch mehr Gewicht in Thüringen bekommen darf.

Derzeit bin ich gerade mit ein paar evangelischen Kirchgemeinden im Gespräch, um in einer Kirche ökumenische Gastfreundschaft für unsere Gottesdienste zu erhalten. Solange das noch nicht geklärt ist, werden wir wohl mal mit Hausgottesdiensten bei einem Gemeindemitglied anfangen. Wer informiert sein und bleiben will, sollte entweder hier ab und zu vorbeischauen, oder kann sich auf der Seite der Filialgemeinde Erfurt kundig machen, wie es mit dem Aufbau der Gottesdienststation voran geht.

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4 Kommentare zu “Neue Gottesdienststation in Erfurt”

  1. Hallo, liebe Mitschwestern und Brüder!

    Am Niederrhein sind wir ja vor einigen Wochen ebenfalls mit so einem Projekt angefangen. Leider ist es uns noch nicht so recht gelungen, unsere Gottesdienststation in Kevelaer so zu präsentieren, wie Ihr es in Erfurt könnt.

    Richtig gut geht das wohl nur, wenn der Gemeindepfarrer zu 100% dahintersteht. Aber unserer arbeitet lieber für die Stadtreinigung und fegt die Bürgersteige in 500 m um das Krefelder Gemeindezentrum herum anstelle sich um die Gläubigen zu kümmern.

    Es sollten z.B. die Gläubigen Altkatholiken in unserem Großkreis Kreis Kleve nach Ostern besucht oder angeschrieben werden, aber bislang ist noch nichts passiert.

    Wir haben seit Mitte April jetzt 3mal Gottesdienst gehalten, 2x als Wochentags-Wort-Gottes-Feier und einmal als Vespergottesdienst. Die Anwesenheitszahlen pendelten von 7 über 2 zu 4 Personen. Die Gottesdienste finden abwechelnd jeweils bei Mitgliedern zu Hause statt. Für den 4.Juni ist erstmals ein Tischgottesdienst mit unserem Gemeindepfarrer vorgesehen. Bislang haben wir die Gottesdienste in „Eigenregie“ durchgeführt. Ausschließlich in unserem Kreisgebiet wohnen auf ca. 3000 km² nur 15-20 Mitglieder. Und von solchen Kreisen hat unsere Pfarrgemeinde drei Stück + drei kreisfreie Städte.

    Euch und Eurem Projekt unsere herzlichsten Wünsche vom Niederrhein aus „Weihrauch-City“. Wie wir lesen konnten, kommt Euer „Hauptpfarrer“ ja auch aus unserer Ecke!

    Melanie Kaczmarek

  2. Hallo Melanie,

    das alles liest sich nur so ideal – auch ich war nicht zufrieden mit dem Seelsorgeangebot in Erfurt. Mein Rat (aus Erfahrung gewachsen): Da heißt es, revolutionäre Ungeduld zu üben und sich beim Pfarrer bemerkbar zu machen. Immer wieder nachfragen, wie die Sache gedeiht, nachfassen-nachfassen-nachfassen und eventuell Hilfe anbieten. „Lieber Pfarrer, Sie scheinen ja viel zu tun zu haben – darf ich Ihnen helfen beim Anschreiben?“ Die Frage ist übrigens auch, ob der Pfarrer Geld bekommt und welche Leistungen er dafür erbringt. Ihr in NRW zahlt doch Kirchensteuer, da würde ich mal nachfragen.

    Außerdem kann man/frau sich auch überlegen, selber aktiv die Fäden zu ziehen. Ich finde, Ihr tut da doch schon einiges. Alles Gute!

  3. Danke Petra,
    Deine Antwort/Aussage macht Mut. Am vergangenen Mittwoch war das Thema „offizielle Gottesdienststation oder private Hausveranstaltung“ auf der Tagesordnung unseres Kirchenvorstands. Glaube nicht, dass wir bis heute eine Nachricht über die Abstimmung erhalten haben! Aber ich will auch nicht übermäßig neugierig sein, und das Wochenende abwarten. Wie ich das bei uns kenne, hat der Pfarrer aber wieder nur Zeit, die Straßen um unser Gemeindezentrum zu fegen … nicht aber sich um seine Gemeinde zu kümmern.

    Für Eure Teilgemeinde weiterhin alles gute!

    Viele Grüße aus Kevelaer (wenn Ihr mal eine Marienwallfahrt machen wollt, können wir das gerne organisieren!)

    Melanie

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