Der letzte Sonntag im Kirchenjahr wird in der alt-katholischen Tradition der „Sonntag vom Wiederkommenden Herrn“ genannt – in anderen Traditionen „Christkönig“ oder „Ewigkeitssonntag“.
Dieser Name erzählt uns etwas über die Zukunft, über unsere Hoffnung, die sich mit unsrem Glauben verbindet.
Aber es erzählt uns auch etwas über unsere Gegenwart, über den Anbruch des Reiches Gottes im hier und heute, über Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder, der in jedem Gottesdienst mitten unter uns ist.
„Ecclesia“ – das ist das alt-griechische Wort für „Kirche“. Übersetzt heißt „Ecclesia“ so viel wie „die Herausgerufene“. Der Begriff wurde aus dem profanen Bereich übernommen, wo er im antiken Griechenland die „Volksversammlung“ in den Städten bezeichnete.
Die Mitglieder dieser „Kirche“ zählen damit selbst zu den „Herausgerufenen“, denen, die von Christus herausgerufen wurden in die Nachfolge.
Ich habe mir in diesem Video ein paar Gedanken darüber gemacht, welche Bedeutung dies vor dem Hintergrund der Evangelien-Lesung dieses Sonntags für uns Christinnen und Christen hat.
Das heutige Evangelium bietet uns eine spannende Auseinandersetzung zwischen den Sadduzäern und Jesus. Ein theologisches Streitgespräch über die Auferstehung der Toten. Einen konstruierten Fall, mit dem die Sadduzäer Jesus lächerlich machen wollen. Und eine dafür an den Haaren herbeigezogene Geschichte.
Scheinbar sind diese Fragen, die heute erörtert werden, weit weg von unseren Lebensfragen. Aber bei genauem Zuhören und Nachdenken werden sie hautnah für alle, die nach einem wahren und Sinn erfüllten Leben fragen.
Gott sieht alles! – Das war lange ein Erziehungsspruch, der dazu genutzt wurde, Kinder auch dann zu Wohlverhalten zu bringen, wenn man sie als Erwachsener mal nicht im Auge behalten konnte.
Da wurde Gott zum Big Brother der Dauerüberwachung gemacht, der dann natürlich auch sofort haarklein notiert, wo man mal Mist gebaut oder Unsinn angestellt hat.
Ich hoffe, dass dieses Verständnis von Gott sieht alles! mittlerweile ausgestorben ist oder zumindest auf dem Weg ist, auszusterben. Denn das Gott sieht alles! kann auch etwas Trostreiches und Bewahrendes in sich bergen: Ich bin gesehen! Ich bin nicht allein! Ich werde gehalten! Ich werde so wahrgenommen wie von einem guten Freund oder einer guten Freundin, die mich durch mein Leben geleiten.
Damit beschäftigen sich an diesem Wochenende meine Gedanken zum Sonntag. Und ich hoffe, es sind auch Gedanken-Anregungen für Euch dabei.
Eins werden mit dem, was man sagt oder tut. Das kann man bei guten Musiker*innen und Schauspieler*innen erleben. Ich durfte es jetzt in den letzten Tagen erst wieder bei einigen Konzerten erleben. Diese Künstler*innen könnten uns Christ*innen darin gute Vorbilder sein. Darin, eins zu werden mit dem, was man sagt oder tut. Dazu ein paar Sonntagsgedanken zum Bibeltext dieses Sonntags.
Zwischen Recht und Gerechtigkeit liegt manchmal eine Kluft. Davon erzählt auch das Gleichnis, welches an diesem Sonntag die Evangelien-Lesung bestimmt. Um dieses Thema drehen sich meine Gedanken. Vielleicht auch mit ein paar Gedankenanregungen für Dich.
Wir Alt-Katholikinnen und Alt-Katholiken diskutieren ja immer wieder gerne über unseren Namen. Weil das „alt“ darin möglicherweise die eine oder den anderen auf eine etwas falsche Fährte führen könnte. Aber: Geht es denn wirklich um unseren Namen, wenn wir den Versuch unternehmen, als Kirche in der Nachfolge Jesu zu stehen? – Dazu ein paar Gedanken vor dem Hintergrund des Sonntags-Evangeliums.
Meine Gedanken heute halten sich an diesem Sonntag an die evangelische Leseordnung, da ich in einem ökumenischen Erntedank-Gottesdienst predige.
Im Buch des Propheten Jesaja haben wir es dabei mit einer Lesung zu tun, die so gar nicht zum Erntedankfest zu passen scheint. Denn nicht die Ernte und der Dank dafür stehen im Mittelpunkt, sondern es ist ein Aufruf zum Fasten.
Was es damit auf sich hat, und wie Erntedank und dieser Aufruf zum Fasten zusammenpassen, darüber habe ich mir in diesem Video ein paar Gedanken gemacht.
Seraphim. Cherubim. Erzengel. Engel. – Wer etwas zum Thema Angelologie – so heißt die Lehre von den Engeln auf theologisch – erfahren will, und darüber, was Engel auch für uns heute noch bedeuten können, ist bei den Gedanken zum Sonntag an diesem Wochenende vor dem Fest des Erzengels Michael und aller Engel (29. September) an der richtigen Stelle.
Prophetinnen und Propheten sind unangenehmen Menschen. Sie sagen einem Sachen ins Gesicht, die man nicht hören will.
Sie führen einem Wahrheiten vor Augen, die man nicht sehen will. Sie holen einen aus den Kuschelecken, in denen man es sich so gemütlich eingerichtet hat, und konfrontieren einen mit der oft nackten und harten Realität.
Bei Amos, aus dessen Buch wir heute eine Lesung hören, handelt es sich dabei um einen Propheten, der besonders ungeschminkt Kritik übt. Und er kann dies, weil er nicht von seiner Aufgabe als Prophet lebt, also nicht nach dem Motto „Wes Brot ich eß, des Lied ich sing“ handeln muss, sondern als Viehzüchter und Maulbeerbaum-Veredler einen ganz anderen Brotberuf hat.
Jesus hat sich von Anbeginn seines öffentlichen Auftretens immer auf die Propheten berufen. Er hat sich in diese Glaubensgeschichte seines Volkes Israel hineingestellt. Was durch die Geschichte hindurch an Gotteswort ergangen ist, das bleibt wahr und gültig. Jesus wirklich verstehen kann eigentlich nur, wer die Botschaft der Propheten vernommen hat.
Ein paar Sonntagsgedanken zur Lesung aus dem Buch des Propheten Amos (8,4-7).