Gott sieht alles! – Das war lange ein Erziehungsspruch, der dazu genutzt wurde, Kinder auch dann zu Wohlverhalten zu bringen, wenn man sie als Erwachsener mal nicht im Auge behalten konnte.

Da wurde Gott zum Big Brother der Dauerüberwachung gemacht, der dann natürlich auch sofort haarklein notiert, wo man mal Mist gebaut oder Unsinn angestellt hat.

Ich hoffe, dass dieses Verständnis von Gott sieht alles! mittlerweile ausgestorben ist oder zumindest auf dem Weg ist, auszusterben. Denn das Gott sieht alles! kann auch etwas Trostreiches und Bewahrendes in sich bergen: Ich bin gesehen! Ich bin nicht allein! Ich werde gehalten! Ich werde so wahrgenommen wie von einem guten Freund oder einer guten Freundin, die mich durch mein Leben geleiten.

Damit beschäftigen sich an diesem Wochenende meine Gedanken zum Sonntag. Und ich hoffe, es sind auch Gedanken-Anregungen für Euch dabei.